Die analoge Hauptstadt
Warum die Platte hier nie starb
Japan hat sich nie ganz vom physischen Format gelöst — CDs blieben Mainstream, lange nachdem sie anderswo verschwunden waren, und darauf kam das Vinyl mit Wucht zurück. Das Ergebnis ist eine Stadt mit vermutlich mehr Plattenläden als jeder andere Ort der Welt: mehrstöckige Megastores, Kellerspezialisten und winzige Räume mit ein paar Hundert perfekten Platten. Die Verkäufer hier sind besessen vom Zustand, Hüllen werden bewertet und gereinigt, und in den Regalen stehen japanische Pressungen — City Pop, Jazz, seltene Soundtracks —, die man anderswo schlicht nicht findet.
„Ein Großteil des seltensten Vinyls der Welt lebt heute in Tokyo — Sammler reisen eigens hierher, um zu graben, denn Dichte, Zustand und Kuratierung sind nirgendwo sonst zu erreichen.“